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Seminar mit dem Referenten Dr. Dieter Wolf im Rahmen einer vom „Gesprächskreis Dialektik & Materialismus“ in Hamburg durchgeführten Veranstaltung.
Ort: Hochschule für Angewandte Wissenschaften HAW,  Alexanderstr. 1, 20099 Hamburg, 28.09. 2019, Samstag von 11:00 Uhr bis 16:30 Uhr

Dieter Wolf: In einer kurzen Einleitung werde ich im Zeichen von Marx’ Diktum, der „Hegelsche Widerspruch sei der Springquell aller Dialektik“ versuchen, auf eine allgemeine Weise anzudeuten, was grundsätzlich in Marx’ „Kapital“ in  Hegels Philosophie und darüber hinaus, was den Zusammenhang  von Natur und Menschengeschichte anbelangt, Dialektik ist.
    Das, was die im „Kapital“ von Marx praktizierte materialistische Dialektik ist, soll auf folgende Weise in der Diskussion (gemeinsame Interpretation eines Teils des ersten Kapitels des Marxschen Kapitals) verständlich gemacht werden:  
  Nach der Erklärung des Gebrauchswerts hat Marx ausgehend vom Austauschverhältnis von Gebrauchswerten den Wert und die abstrakt menschliche Arbeit als historisch gesellschaftliche Formen und damit die Ware erklärt. Nach diesem „Anfang der wissenschaftlichen Darstellung“, der jeglichen fehlerhaften bzw. falschen Zirkel vermeidet, liegt der Schwerpunkt auf dem, was sich im Austauschverhältnis von Waren hinsichtlich des Werts und der Entwicklung seiner Erscheinungsformen abspielt.
     An Hand der einfachen Wertform soll diskutiert werden, was der dialektische Widerspruch zwischen Gebrauchswert und Wert ist und warum die Erscheinungsformen (die bis zur allgemeinen Äquivalentform und Geldform reichenden „Wertformen“) seine Lösungen bzw. Lösungsbewegungen sind. Diese sind zugleich Vermittlungen zwischen Gebrauchswert und Wert, ohne dass beide mystisch irrational miteinander vermischt werden.
Es soll mit dem Verständnis von dem, was man die „Dialektik der Wertformen“ nennen könnte, der Boden bereitet werden, um verstehen zu können, was Marx  bezogen auf den „Austauschprozess“ repräsentativ  für die Entwicklung des Widerspruchs und seiner Lösungsbewegungen im ganzen Kapital feststellt „Man sah, daß der Austauschprozeß der Waren widersprechende und einander ausschließende Beziehungen einschließt. Die Entwicklung der Ware hebt diese Widersprüche nicht auf, schafft aber die Form, worin sie sich bewegen können. Dies ist überhaupt die Methode, wodurch sich wirkliche (dialektische) Widersprüche lösen.“ (1)   Die in der Warenzirkulation – als zunächst für sich betrachtete „abstrakte Sphäre“ des Gesamtkapitals – sichtbare und ihre Bewegungsform bestimmende Lösungsbewegung des allen Waren immanenten Widerspruchs zwischen dem Gebrauchswert und dem Wert besteht aus dem „doppelseitig polaren Gegensatz von preisbestimmter Ware und Geld“.
Auf diese Sachverhalte sollte so gründlich eingegangen werden, dass fast die ganze zur Verfügung stehende Zeit in Anspruch genommen wird. Die Diskussion sollte so verlaufen, dass auch Teilnehmer, die noch keine Zeile vom Marxschen “Kapital” gelesen haben, verstehen können, worum es geht, d.h. ein  grundlegendes Wissen von der Dialektik gewinnen, in der es um den dialektischen Widerspruch und seine Lösungsbewegungen geht.
    Illustrative Ausblicke auf den Hegels Philosophie bestimmenden Gegensatz bzw. dialektischen Widerspruch zwischen „Natur“ (Naturformen, bearbeitete und unbearbeitete Natur) und „Geist“ (geistigen Formen, Bewusstsein, Verstand, Vernunft usf.) und seinen Lösungsbewegungen (Entfaltung und Vermittlung des Gegensatzes) sollten, wenn es die Zeit erlaubt, möglich sein. Dabei sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass „Natur“ und „Geist“ in den Lösungsbewegungen des zwischen ihnen bestehenden dialektischen Widerspruchs auf eine mystisch irrationale Weise miteinander vermittelt bzw. im Sinne eines „hölzernen Eisens“ miteinander vermischt werden.
Es sollte zumindest abstrakt allgemein noch angedeutet werden, dass der dialektische Widerspruch zwischen Gebrauchswert und Wert – zwischen einem Stück bearbeiteter Natur und einer gesellschaftlichen Form – in einem die Natur gefährdenden bzw. zerstörenden Zusammenhang zwischen Natur- und Menschengeschichte zum Ausdruck kommt.

Zusatz: Um die Bedeutung zu unterstreichen, die dem dialektischen Widerspruchs und seinen Lösungsbewegungen für Marx’ Kapital zukommt, sei, worauf in der Diskussion nicht eingegangen werden kann, festgestellt, dass es bei der in den drei Bänden dieses Werks praktizierten materialistischen Dialektik abstrakt allgemein  gesprochen um Folgendes geht:  Für den im Austauschprozess existierenden Widerspruch  zwischen dem Gebrauchswert und dem Wert der Waren und seiner aus der Warenzirkulation W-G-W bestehenden Lösungsbewegung gilt für Marx: Die im ersten Kapitel des Kapitals dargestellten Wertformen, die vom Geld beherrschte Warenzirkulation, das Kapital bzw. der Kreislauf des Kapitals, alle Kreisläufe der Einzelkapitale und der aus ihrer Verschlingung resultierende Kreislauf des gesellschaftlichen Gesamtkapitals sind ebenso viele Lösungsbewegungen des  dialektischen Widerspruchs zwischen unterschiedlichen Ausprägungen des Gebrauchswerts und des Werts der Waren.

Zur Vorbereitung sollten Kapitel 1 und 2 des 1. Bandes des “Kapitals” (MEW 23) gelesen und dabei gewonnene Erkenntnisse in den Workshop eingebracht werden.
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(1) Marx, MEW 23, S. 118ff. Marx fährt hier fort: „Es ist z.B. ein Widerspruch, daß ein  Körper beständig in einen andren fällt und ebenso beständig von ihm wegflieht. Die Ellipse ist eine der Bewegungsformen, worin dieser Widerspruch sich ebenso sehr   verwirklicht als löst.“ (MEGA II2 .6, S. 129.)

Bitte um Anmeldung bei
Prof.Richard Sorg, email: Richard.sorg@t-online.de;  
Kostenfrei für Jugendliche, Auszubildende, Schüler, Studenten
Ansonsten betragen die Kosten 10 Euro.

Das Seminar findet im Rahmen einer vom „Gesprächskreis Dialektik & Materialismus“ in Hamburg durchgeführten Veranstaltung statt, zu der noch andere Seminare gehören, über die man sich bei Dr. Ullrich Fritsche und Prof. Dr. Richard Sorg informieren kann:
Dr. Ulrich Fritsche, email hidimathh@gmail.com;
Prof. Dr. Richard Sorg, email: richard.sorg@t-online.de;

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Archiv : Auswahl

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Der Krisenlesekreis Potsdam in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Brandenburg präsentiert:

Grundlagen zum Verständnis der ökologischen Krise
Das Verhältnis von Mensch und Natur – Besonderheiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der historischen Epochen

Referent:
Dr. Dieter Wolf
Ort/Zeit:
– Vortrag mit anschließender Diskussion am 06.09.2019, 19.00 Uhr Buchladen Sputnik, Charlottenstraße 28, 14467 Potsdam
– Seminar am 07.09.2019, 11.00 Uhr im Kontext, Hermann-Elflein-Straße 32, 14467 Potsdam

Seit einem Jahr gibt es in allen größeren Industrienationen Demonstrationen gegen eine Veränderung des Weltklimas, eine zunehmende Zerstörung der Natur und damit der Lebensbedingungen aller Menschen. Die Forderungen der Protestierenden gehen dabei weit auseinander, von einer Beseitigung umweltschädlicher Industrien, der Einschränkung bestimmter Konsumbedürfnisse usf.
Das Verständnis der ökologischen Krise hängt wesentlich vom Verständnis des Vermittlungszusammenhangs zwischen Natur- und Menschengeschichte bzw. vom Vermittlungszusammenhang von Natur-Gesellschafts- und Denkformen ab, der grundlegend aus der gesellschaftlichen Arbeit besteht, in der sich die Menschen praktisch zueinander und zur Natur verhalten.
Was ist grundsätzlich in der “Kritik der politischen Ökonomie” von Bedeutung, dass zu dem Verständnis der die Ökologie-Bewegung beherrschenden ökologischen Probleme beiträgt?
Der einen Teil der gesellschaftlichen Arbeit bildende Arbeitsprozess ist das praktische Verhalten der Menschen zur Natur, worin diese auf vielfache Weise umgeformt bzw. umgestaltet wird. Folglich wird mit der die Produktivkraft steigernden technologisch gesellschaftlichen Organisation des Arbeitsprozesses auch die Natur auf eine sie beeinträchtigende und zerstörende Weise als Mittel zum Zweck für die Verwertung des Werts herabgesetzt.
Das Ökologie-Problem ist tiefer in der kapitalistischen Produktionsweise verankert, als es in den vorherrschenden Auffassungen der Ökologiebewegungen zugestanden wird. Für eine Lösung des Ökologie-Problems sollte daher auch über die Möglichkeiten einer tiefgreifenden Veränderung des Kapitalismus diskutiert werden, die seine Auflösung nicht ausschließt.

Veranstaltung in Trier am 15. und 16. 06. 2018, jeweils von 11-17 Uhr in Raum B14 der Universität Trier. Veranstalter: AStA-Referat für politische Bildung Uni Trier/Rosa Salon Trier.Facebook: https://www.facebook.com/events/1764861826907292/

Die Themen für die Diskussion stammen aus:
Dieter Wolf, Die „Bewegungsformen“ des „absoluten Geistes“ als Lösungsbewegungen des dialektischen Widerspruchs zwischen „Natur“ und „Geist“ und die „Bewegungsformen“ des Kapitals als Lösungsbewegungen des dialektischen Widerspruchs zwischen Gebrauchswert und Wert. Idealistische Dialektik – materialistische Dialektik. Ein Beitrag zur Interpretation des Marxschen Kapitals

Rosa Salon Trier: Wir haben Dieter Wolf eingeladen, der jeweils einen Einblick in die unten aufgeführten Themen geben wird, über die wir dann diskutieren werden.
Dieter Wolf hält einen einleitenden Vortrag (30 Minuten)  mit dem Arbeitstitel: Gesellschaftliche Arbeit als Gegenstand des Marxschen  Kapitals  und als  Grundlage für das Verständnis von materialistischer und idealistischer Dialektik, deren Gegenstand jeweils die Einheit von Natur und Menschengeschichte ist

 Als PDF: Dialektik Hegel Marx Adorno Trier Hamburg.pdf

Themen für die Diskussion 

Bei den zahlreichen Themen handelt es sich lediglich um Vorschläge. Spätestens nach dem Vortrag von Dieter Wolf sollte darüber gesprochen werden, welches Thema oder welche Themen Gegenstand der anschließenden Diskussion sein sollten. Es können selbstverständlich auch Themen berücksichtigt werden, die aus dem Umkreis der Interpretation der ersten drei Kapitel des Kapitals stammen und nicht auf der unten aufgeführten Liste stehen.

1. Wie beantwortet Marx, ohne sich in einen fehlerhaften Zirkel zu verstricken, Hegels Frage: „Womit muss der Anfang in der Wissenschaft gemacht werden?“ Die grundlegende Bedingung dafür besteht darin zu klären, warum es in nichtkapitalistischen Gemeinwesen außerhalb von Austauschverhältnissen abstrakt menschliche Arbeit gibt, die gerade nicht die gesellschaftlich allgemeine (historisch spezifische) Form der konkret nützlichen Arbeiten ist. (Die (gesellschaftliche) Rolle der abstrakt menschlichen Arbeit als Eigenschaft der konkret nützlichen Arbeiten in der proportionalen Verteilung der Gesamtarbeitszeit in nicht-kapitalistischen Gemeinwesen.)

2. Den fehlerhaften Zirkel zu vermeiden, heißt Wert und abstrakt menschliche Arbeit als historisch spezifische gesellschaftliche Formen von Gebrauchswerten aus dem zu erklären, was sie noch nicht sind, nämlich ahistorisch gültige Eigenschaften, Arbeitsprodukt schlechthin und gleiche- bzw. abstrakt menschliche Arbeit zu sein. Mit dem Austauschverhältnis, in dem man auf diese ahistorisch gültigen Eigenschaften stößt, muss nachgewiesen werden, warum sie in ihm als einem bestimmen ökonomisch gesellschaftlichen Verhältnis zu historisch spezifischen gesellschaftliche Formen werden.

3. Marx‘ Erklärung des Werts bzw. der Ware im ersten Abschnitt des Kapitals.

4. Der Weg vom „gemeinsamen Dritten“ zu den Eigenschaften des Gebrauchswerts und der konkret nützlichen Arbeiten, Arbeitsprodukt bzw. abstrakt menschliche Arbeit zu sein

5. Warum gibt es in den Austauschverhältnissen und der ganzen ökonomisch gesellschaftlichen Wirklichkeit keine Realabstraktionen. sondern nur Gleichsetzungen in „Gleichheitsverhältnissen“. Die Gleichsetzung kann vom Betrachter mit einer Abstraktion umschrieben bzw. interpretiert werden in dem uneigentlichen Sinne. so als ob mit ihr eine Abstraktion einhergehen würde.

6. Charakterisierung der ersten Abstraktionsebene vom „gemeinsamen Dritten“ zur „Gallerte“. Zwei zu unterscheidende Schritte, die Marx auf dem Weg macht, den Wert zu erklären.

7. Dieter Wolf gibt eine kurze Einführung in das, was im Kapital die dialektischen Widersprüche zwischen Gebrauchswert und Wert und ihre jeweiligen Lösungsbewegungen sind: am Beispiel der Wertformen, der Warenzirkulation und des Übergangs vom Geld zum Kapital bzw. zum Geld-Kreislauf des Kapitals.

8. Diskussion zur Interpretation des dritten Unterabschnitts im Kapital über die „Wertform oder der Tauschwert“ als Lösungsbewegung des dialektischen Widerspruchs zwischen dem Wert und dem Gebrauchswert einer Ware (Einfache Wertform)

9. Die Punkte 7. und 8. bieten die Gelegenheit darüber zu sprechen, was Marx seiner Auseinanderersetzung mit Hegel zu verdanken hat, die wesentlich im Zeichen der Feststellung steht, wie der Doppelcharakter der Arbeit der Springpunkt der Kritik der politischen Ökonomie, so sei der Hegelsche Widerspruch die „Springquelle aller Dialektik“.

10. Optional Zusatzthema: Zum Zusammenhang  zwischen gesellschaftlichem Sein und Bewusstsein.  Wie der Warenfetisch und der Geldfetisch den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Sein und Bewusstsein bestimmen.

Diskussionsgrundlage PDF-Datei: Warenfetisch Geldfetisch Sein Bewusstsein

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Veranstaltung in Potsdam am 11. Und 12. 05. 2018

Krisenlesekreis Potsdam:„Der erste Band des Kapitals von Karl Marx wurde vor über 150 Jahren veröffentlicht und ist nach wie vor der Maßstab der Kritik an der warenproduzierenden Gesellschaft. Doch auch heute gibt es weiter viel Unklarheit und Konfusion was gerade die Wissenschaftlichkeit des Werkes und in diesem Zusammenhang auch den Gang der Darstellung angeht. Wir möchten daher mit euch am 11.5.2018 um 19.00 Uhr im Buchladen Sputnik und am 12.5.2018 um 10.00 Uhr im Haus 2 im Freiland in Potsdam strittige Punkte diskutieren und Unklarheiten beseitigen. Dazu haben wir Dieter Wolf eingeladen, der jeweils einen Einblick in die unten aufgeführten Themen geben wird, über die wir dann mit ihm eine Diskussion führen werden.Als Diskussionsunterlage für jedes Thema dient die PDF-Datei: „Dialektik, Marx, Hegel, Adorno. Trier. Hamburg.“ (Siehe unten unter B.)

A. Themen
a. ) Die Frage beantworten, warum und auf welche Weise der Anfang des Kapitals mit der Erklärung der Ware gemacht werden muss. Erklärung der Ware  und des Doppelcharakters der Arbeit durch die Erklärung des Werts und der abstrakt menschlichen Arbeit unter Vermeidung eines falschen Zirkels und tautologischer Begründungen.PDF-Text-Basis: S. 4 – 65  und S. 95-104
b.) Gesellschaftliche Arbeit als Gegenstand des Kapitals, als entscheidendes Vermittlungsglied zwischen Mensch und Natur und als Grundlage für das Verständnis von materialistischer und  idealistischer Dialektik. PDF-Text-Basis: S. 104-112

c.) Zusatzthema: Qualität und Quantität des Werts. Die Rolle der konkret nützlichen und abstrakt menschlichen Arbeit in der Herstellung der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit.

B. PDF-Datei: Dialektik, Marx, Hegel, Adorno. Trier. Hamburg.
Neu seit dem 15.02.2018, 123 Seiten: Endfassung des Artikels zur „Kapital“ -Interpretation und zur materialistischen und idealistischen Dialektik. Aufbereitung und Erweiterung der  Vorträge (2017) – Trier und Hamburg.

Als PDF-Datei: Dialektik-Hegel-Marx-Adorno-Trier-Hamburg

Auszug aus dem Inhalt
♦ Wissenschaftliche Abstraktion, reale Gleichsetzung, „Realabstraktion“
♦Die Vermeidung eines falschen Zirkels als Prüfstein für den rationalen wissenschaftlichen Charakter der Marxschen   Darstellungsweise. Wie beantwortet Marx, ohne sich in einen fehlerhaften Zirkel zu verstricken, Hegels Frage: „Womit muss der Anfang in der Wissenschaft gemacht werden?“
♦Marx‘ Erklärung des Werts bzw. der Ware im ersten Abschnitt des Kapitals unter Vermeidung eines falschen Zirkels.
♦Marx wird der Stufe der Darstellung nicht gerecht, auf der er den Wert hätte erklären müssen. Kritik an der Metaphorik.
Exkurs: Kritik am Anfang des „Kapitals“ in der Kapital“-Interpretation.
Exkurs: Zum gesellschaftlich allgemeinen Charakter der konkret nützlichen Arbeiten in nicht-kapitalistischen und kapitalistischen Gemeinwesen.
Exkurs Die (gesellschaftliche) Rolle der abstrakt menschlichen Arbeit als Eigenschaft der konkret nützlichen Arbeiten in der proportionalen Verteilung der Gesamtarbeitszeit in nicht-kapitalistischen Gemeinwesen
♦Die „Wertform oder der Tauschwer“ als Lösungsbewegung des  dialektischen Widerspruchs zwischen dem Wert und dem Gebrauchswert der Waren
♦Analogie der Bewegungsformen absoluter Geist – Kapital und ihre Begründung
♦Bemerkungen zu Adornos Dialektik des Verhältnisses von Subjekt und Objekt als Erkenntnistheorie 

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150 Jahre Das Kapital – Das Kapital in der Kritik
Tagung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg am 24. und 25. März 2017
 Veranstaltet vom Forum für Marx-Forschung Oldenburg

Dieter Wolf
Der „Doppelcharakter der Arbeit“ und die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit.Zum Verhältnis von Qualität und Quantität des Werts

In: De Gruyter, Zeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie, 2017, Band 4, Heft 1-2, Seite 209ff.

  • Proportionale Verteilung der Gesamtarbeit bzw. Gesamtarbeitszeit auf die verschiedenen konkret nützlichen Arbeiten und die Herstellung des gesellschaftlich allgemeinen Charakters der konkret nützlichen Arbeiten in nichtkapitalistischen Gemeinwesen im Unterschied zu kapitalistischen Gemeinwesen
  • Proportionale Verteilung der Gesamtarbeit bzw. Gesamtarbeitszeit und das keine Vergesellschaftungsrelevanz besitzende Vorhandensein  der allgemeinen Eigenschaft der Gebrauchswerte und der konkret nützlichen Arbeiten,  ein Arbeitsprodukt bzw. abstrakt menschliche Arbeit zu sein, in nichtkapitalistischen Gemeinwesen.
  • Proportionale Verteilung der Gesamtarbeit und der „Doppelcharakter der Arbeit“  im kapitalistischen  Gemeinwesen. Die allgemeinen Eigenschaften, Arbeitsprodukt und abstrakt menschliche Arbeit zu sein, als Vergesellschaftungsrelevanz besitzende,  historisch-spezifische gesellschaftliche Formen. Zu Marx‘ wissenschaftlicher Vorgehensweise, schrittweise Wert und abstrakt menschliche Arbeit in der Analyse des Austauschverhältnisses zu erklären  als eine Vorgehensweise, in der es auf die Kapitalinterpretation sich auswirkende Versäumnisse gibt.
  • Was hat es mit den Abstraktionen beim Herstellen des Werts als gesellschaftlicher Form der Gebrauchswerte und der abstrakt menschlichen Arbeit als gesellschaftlich allgemeiner Form der konkret nützlichen Arbeiten auf sich? Ist eine in der ökonomisch gesellschaftlichen Wirklichkeit sich vollziehende Abstraktion eine mystisch irrationale Konstruktion? Wenn ja: Was muss bei dem argumentativen Gebrauch der Abstraktion berücksichtigt werden, wenn er berechtigt sein soll?
  • Zur Verausgabung der „menschlichen Arbeitskraft im physiologischen Sinn.“ Gibt es „physiologischen Wahrheiten“ der gesellschaftlich formbestimmten abstrakt menschlichen bzw. „unterschiedslosen menschlichen Arbeit“? Sind die Textpassagen über die „Verausgabung der menschlichen Arbeitskraft im physiologischen Sinn“ ein der Popularisierung geschuldeter Rückfall in einen groben Materialismus und in die klassische Ökonomie?
  • „Auch wäre der trügerischen Evidenz von Metaphern zu misstrauen“. Bemerkungen zu den metaphorischen Umschreibungen des Werts auf Seite 52 oben (MEW 23).
  • Zur Kontinuität der Erklärung der abstrakt menschlichen Arbeit von den allgemeinen Eigenschaften, ein Arbeitsprodukt bzw. abstrakt menschliche Arbeit zu sein, (MEW 23, S.52) bis zu ihrer Charakterisierung als „Verausgabung menschlicher  Arbeitskraft im physiologischen Sinn“. (MEW 23, S. 61,85 passim)
  • Zur Rolle der abstrakt menschlichen Arbeit und der von ihr verschiedenen „einfachen Arbeit“ in der gesamtgesellschaftlichen Herstellung der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit
  • Zu Marx‘ wissenschaftlicher Verfahrensweise in den ersten beiden Abschnitten des ersten Kapitels des Kapitals. Zu dem Vorwurf, diese Verfahrensweise sei naturaliastisch-positivistisch und insofern wissenschaftlich unzulänglich. Um einen Bruch in der Darstellung zu vermeiden, müsste das Kapital, so folgert man, eigentlich erst mit dem dritten Abschnitt (Wertform) beginnen.

Die Tagung nimmt das Erscheinen des ersten Bandes des Kapital von Karl Marx vor 150 Jahren zum Anlass einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der dort entfalteten Analyse und Kritik der kapitalistischen Produktionsweise.
Die Veranstalter betrachten Das Kapital als wichtigen Beitrag zum Verständnis der Strukturen und Dynamiken des Kapitalismus – insofern steht das Kapital hier als reales gesellschaftliches Verhältnis im Fokus einer kritischen Analyse. Allerdings ist das Kapital von Marx kein abgeschlossenes, perfektes oder zeitloses Werk – insofern sollen auch die Probleme und offenen Fragen des Kapital Gegenstand einer kritischen Untersuchung werden.
In diesem Zusammenhang ist es das Ziel der Tagung, einen Beitrag zur Wiederbelebung der im deutschsprachigen Raum kaum noch vorhandenen akademischen Rezeption der Marx’schen Kritik der politischen Ökonomie zu leisten.
Inhaltlich sollten sich die Beiträge so eng wie möglich an Sachfragen und Deutungsproblemen des ersten Bandes des Kapital orientieren. Mögliche Themen sind, wobei die folgende Themenliste keineswegs als abgeschlossen zu verstehen ist:
– Verhältnis von Qualität und Quantität des Werts
– Notwendige und Mehrarbeit
– Wert der Ware Arbeitskraft und Lohnformen, auch unter Gender-Gesichtspunkten
– Begriff der Klasse
– Zum Veralten des 13. Kapitels – mechanische Industrialisierung im 19. Jahrhundert – und heute?
– Ist das 20. Kapitel zu verstehen?
– Was ist eigentlich genau das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation?
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