Veranstaltungen

Für die Schriften im PDF-Format klicken sie auf der Frontseite auf die entsprechenden Bilder zu den „Büchern“, „Auszügen aus den Büchern“ und den“ Artikeln“  _____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Workshop am 08.09.2018  11 Uhr in Potsdam
Hermann-Elflein-Straße 32, 14467

Zum dialektischen Widerspruch zwischen dem Gebrauchswert und dem Wert der Waren  und seinen aus den Wertformen bestehenden Lösungsbewegungen.

(Mit einem kurzen in die Thematik einführenden Vortrag.)

Marx bringt die Bedeutung des dialektischen Widerspruchs abstrakt und zusammenfassend zum Ausdruck, indem er analog zur Rede vom „Doppelcharakter der Arbeit“ als dem „Springpunkt der Kritik der Politischen Ökonomie“ den „Hegelschen Widerspruch“ die „Springquelle aller Dialektik“2 nennt. Der mystisch irrationale Züge aufweisende „Hegelsche Widerspruch“ ist in der verwandelten Form  des  durch und durch rationalen dialektischer Widerspruchs zwischen dem Gebrauchswert und dem Wert der Waren der „Springquell der Kritik der politischen Ökonomie“

Was es in diesem Sinne bedeutet, dass der dialektische Widerspruch die „Springquelle aller Dialektik“ und damit  auch der „Springpunkt der „Kritik der politischen Ökonomie“  ist, soll in dem Workshop Schritt für Schritt an Hand der Interpretation der einfachen Wertform nachvollzogen werden. Dies ist nicht nur die Basis für das Verständnis aller bis zum Geld reichenden Wertformen, sondern für  alle die kapitalistisch ökonomisch gesellschaftliche Wirklichkeit strukturierenden Bewegungsformen, die wie z. B. der Kreislauf des Kapitals alle Lösungsbewegungen des dialektischen Widerspruchs zwischen dem  jeweils in unterschiedlichen Ausprägungen auftretenden Gebrauchswert und dem Wert der Waren sind. Auch wenn in dem Workshop vorwiegend die einfache Wertform diskutiert wird, wird der Anfang damit  gemacht, inhaltlich verbindlich nachzuweisen, was –  auf den Gegenstand des „Kapitals“ und seine Darstellungsweise bezogen –  unter Dialektik zu verstehen ist.

In dem einleitenden Vortrag werden auch Bemerkungen zur Krise gemacht: Marx schreibt in den „Grundrissen“: In „der Gesellschaft, wie sie ist“, „wären alle Sprengversuche Donquichotterie“, wenn in ihr die Bedingungen für eine  nach allen Seiten hin demokratische höher entwickelte „klassenlose Gesellschaft nicht verhüllt“ vorgefunden würden. Warum heißt das auch, dass diese Bedingungen mit den unterschiedlichen Ausprägungen des dialektischen Widerspruchs zwischen dem Gebrauchswert und dem Wert und seinen Lösungsbewegungen gegeben sind.

Archiv

(1) Veranstaltung in Trier am 15. und 16. 06. 2018

Veranstaltung in Trier am 15. und 16. 06. 2018, jeweils von 11-17 Uhr in Raum B14 der Universität Trier. Veranstalter: AStA-Referat für politische Bildung Uni Trier/Rosa Salon Trier.
Facebook: https://www.facebook.com/events/1764861826907292/

Rosa Salon Trier:
Wir haben Dieter Wolf eingeladen, der jeweils einen Einblick in die unten aufgeführten Themen geben wird, über die wir dann diskutieren werden.
Dieter Wolf hält einen einleitenden Vortrag (30 Minuten)  mit dem Arbeitstitel: Gesellschaftliche Arbeit als Gegenstand des Marxschen  Kapitals  und als  Grundlage für das Verständnis von materialistischer und idealistischer Dialektik, deren Gegenstand jeweils die Einheit von Natur und Menschengeschichte ist

Die Themen für die Diskussion stammen aus:
Dieter Wolf, Die „Bewegungsformen“ des „absoluten Geistes“ als Lösungsbewegungen des dialektischen Widerspruchs zwischen „Natur“ und „Geist“ und die „Bewegungsformen“ des Kapitals als Lösungsbewegungen des dialektischen Widerspruchs zwischen Gebrauchswert und Wert. Idealistische Dialektik – materialistische Dialektik. Ein Beitrag zur Interpretation des Marxschen Kapitals

  PDF-Datei: Dialektik-Hegel-Marx-Adorno-Trier-Hamburg

Themen für die Diskussion 

Bei den zahlreichen Themen handelt es sich lediglich um Vorschläge. Spätestens nach dem Vortrag von Dieter Wolf sollte darüber gesprochen werden, welches Thema oder welche Themen Gegenstand der anschließenden Diskussion sein sollten. Es können selbstverständlich auch Themen berücksichtigt werden, die aus dem Umkreis der Interpretation der ersten drei Kapitel des Kapitals stammen und nicht auf der unten aufgeführten Liste stehen.

1. Wie beantwortet Marx, ohne sich in einen fehlerhaften Zirkel zu verstricken, Hegels Frage: „Womit muss der Anfang in der Wissenschaft gemacht werden?“ Die grundlegende Bedingung dafür besteht darin zu klären, warum es in nichtkapitalistischen Gemeinwesen außerhalb von Austauschverhältnissen abstrakt menschliche Arbeit gibt, die gerade nicht die gesellschaftlich allgemeine (historisch spezifische) Form der konkret nützlichen Arbeiten ist. (Die (gesellschaftliche) Rolle der abstrakt menschlichen Arbeit als Eigenschaft der konkret nützlichen Arbeiten in der proportionalen Verteilung der Gesamtarbeitszeit in nicht-kapitalistischen Gemeinwesen.)

2. Den fehlerhaften Zirkel zu vermeiden, heißt Wert und abstrakt menschliche Arbeit als historisch spezifische gesellschaftliche Formen von Gebrauchswerten aus dem zu erklären, was sie noch nicht sind, nämlich ahistorisch gültige Eigenschaften, Arbeitsprodukt schlechthin und gleiche- bzw. abstrakt menschliche Arbeit zu sein. Mit dem Austauschverhältnis, in dem man auf diese ahistorisch gültigen Eigenschaften stößt, muss nachgewiesen werden, warum sie in ihm als einem bestimmen ökonomisch gesellschaftlichen Verhältnis zu historisch spezifischen gesellschaftliche Formen werden.

3. Marx‘ Erklärung des Werts bzw. der Ware im ersten Abschnitt des Kapitals.

4. Der Weg vom „gemeinsamen Dritten“ zu den Eigenschaften des Gebrauchswerts und der konkret nützlichen Arbeiten, Arbeitsprodukt bzw. abstrakt menschliche Arbeit zu sein

5. Warum gibt es in den Austauschverhältnissen und der ganzen ökonomisch gesellschaftlichen Wirklichkeit keine Realabstraktionen. sondern nur Gleichsetzungen in „Gleichheitsverhältnissen“. Die Gleichsetzung kann vom Betrachter mit einer Abstraktion umschrieben bzw. interpretiert werden in dem uneigentlichen Sinne. so als ob mit ihr eine Abstraktion einhergehen würde.

6. Charakterisierung der ersten Abstraktionsebene vom „gemeinsamen Dritten“ zur „Gallerte“. Zwei zu unterscheidende Schritte, die Marx auf dem Weg macht, den Wert zu erklären.

7. Dieter Wolf gibt eine kurze Einführung in das, was im Kapital die dialektischen Widersprüche zwischen Gebrauchswert und Wert und ihre jeweiligen Lösungsbewegungen sind: am Beispiel der Wertformen, der Warenzirkulation und des Übergangs vom Geld zum Kapital bzw. zum Geld-Kreislauf des Kapitals.

8. Diskussion zur Interpretation des dritten Unterabschnitts im Kapital über die „Wertform oder der Tauschwert“ als Lösungsbewegung des dialektischen Widerspruchs zwischen dem Wert und dem Gebrauchswert einer Ware (Einfache Wertform)

9. Die Punkte 7. und 8. bieten die Gelegenheit darüber zu sprechen, was Marx seiner Auseinanderersetzung mit Hegel zu verdanken hat, die wesentlich im Zeichen der Feststellung steht, wie der Doppelcharakter der Arbeit der Springpunkt der Kritik der politischen Ökonomie, so sei der Hegelsche Widerspruch die „Springquelle aller Dialektik“.

10. Optional Zusatzthema: Zum Zusammenhang  zwischen gesellschaftlichem Sein und Bewusstsein.  Wie der Warenfetisch und der Geldfetisch den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Sein und Bewusstsein bestimmen. Diskussionsgrundlage PDF-Datei: Warenfetisch Geldfetisch Sein Bewusstsein

(2) Veranstaltung in Potsdam am 11. Und 12. 05. 2018

Krisenlesekreis Potsdam:
„Der erste Band des Kapitals von Karl Marx wurde vor über 150 Jahren veröffentlicht und ist nach wie vor der Maßstab der Kritik an der warenproduzierenden Gesellschaft. Doch auch heute gibt es weiter viel Unklarheit und Konfusion was gerade die Wissenschaftlichkeit des Werkes und in diesem Zusammenhang auch den Gang der Darstellung angeht. Wir möchten daher mit euch am 11.5.2018 um 19.00 Uhr im Buchladen Sputnik und am 12.5.2018 um 10.00 Uhr im Haus 2 im Freiland in Potsdam strittige Punkte diskutieren und Unklarheiten beseitigen. Dazu haben wir Dieter Wolf eingeladen, der jeweils einen Einblick in die unten aufgeführten Themen geben wird, über die wir dann mit ihm eine Diskussion führen werden.
Als Diskussionsunterlage für jedes Thema dient die PDF-Datei: „Dialektik, Marx, Hegel, Adorno. Trier. Hamburg.“ (Siehe unten unter B.)

A. Themen
a. ) Die Frage beantworten, warum und auf welche Weise der Anfang des Kapitals mit der Erklärung der Ware gemacht werden muss. Erklärung der Ware  und des Doppelcharakters der Arbeit durch die Erklärung des Werts und der abstrakt menschlichen Arbeit unter Vermeidung eines falschen Zirkels und tautologischer Begründungen.PDF-Text-Basis: S. 4 – 65  und S. 95-104
b.) Gesellschaftliche Arbeit als Gegenstand des Kapitals, als entscheidendes Vermittlungsglied zwischen Mensch und Natur und als Grundlage für das Verständnis von materialistischer und  idealistischer Dialektik. PDF-Text-Basis: S. 104-112

c.) Zusatzthema: Qualität und Quantität des Werts. Die Rolle der konkret nützlichen und abstrakt menschlichen Arbeit in der Herstellung der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit.

B. PDF-Datei: Dialektik, Marx, Hegel, Adorno. Trier. Hamburg.
Neu seit dem 15.02.2018, 123 Seiten: Endfassung des Artikels zur „Kapital“ -Interpretation und zur materialistischen und idealistischen Dialektik. Aufbereitung und Erweiterung der  Vorträge (2017) – Trier und Hamburg. PDF-Datei: Dialektik-Hegel-Marx-Adorno-Trier-Hamburg

Auszug aus dem Inhalt
♦ Wissenschaftliche Abstraktion, reale Gleichsetzung, „Realabstraktion“
♦Die Vermeidung eines falschen Zirkels als Prüfstein für den rationalen wissenschaftlichen Charakter der Marxschen   Darstellungsweise. Wie beantwortet Marx, ohne sich in einen fehlerhaften Zirkel zu verstricken, Hegels Frage: „Womit muss der Anfang in der Wissenschaft gemacht werden?“
♦Marx‘ Erklärung des Werts bzw. der Ware im ersten Abschnitt des Kapitals unter Vermeidung eines falschen Zirkels.
♦Marx wird der Stufe der Darstellung nicht gerecht, auf der er den Wert hätte erklären müssen. Kritik an der Metaphorik.
Exkurs: Kritik am Anfang des „Kapitals“ in der Kapital“-Interpretation.
Exkurs: Zum gesellschaftlich allgemeinen Charakter der konkret nützlichen Arbeiten in nicht-kapitalistischen und kapitalistischen Gemeinwesen.
Exkurs Die (gesellschaftliche) Rolle der abstrakt menschlichen Arbeit als Eigenschaft der konkret nützlichen Arbeiten in der proportionalen Verteilung der Gesamtarbeitszeit in nicht-kapitalistischen Gemeinwesen
♦Die „Wertform oder der Tauschwer“ als Lösungsbewegung des  dialektischen Widerspruchs zwischen dem Wert und dem Gebrauchswert der Waren
♦Analogie der Bewegungsformen absoluter Geist – Kapital und ihre Begründung
♦Bemerkungen zu Adornos Dialektik des Verhältnisses von Subjekt und Objekt als Erkenntnistheorie 

Die Datei befindet sich auf dieser Website auch unter der Rubrik „Artikel“

 

(3) Wissenschaft Ideologie
       Zum Wissenschaftscharakter des Marxschen Kapitals
       Mario Bunges Marx-Kritik:  „Verwandlung der Systemtheorie in einen „externalen Holismus“  (A)

Bei dem unten stehenden Text (Abstract) handelt es sich um die abgelehnte Bewerbung um einen Vortrag auf dem Kongress „Marx 200“ in Berlin.  (Mai 2018)  Wer sich für die Thematik und für die mit ihr verbundene Kapitalinterpretation interessiert,  sei auf folgenden Artikel auf dieser Website verwiesen: PDF-Datei:  Wissenschaft versus Ideologie (A) und zur Architektonik der drei Bände des Kapitals (B) 

Die Datei befindet sich  auch mit Angaben zum Inhalt auf dieser Website unter der Rubrik „Artikel“

Abstract:
Der geplante Vortrag bezieht sich insbesondere auf die vorgeschlagenen Themen:

  • Karl Marx und die (Kritik der) politischen Ökonomie/Marxist*sein in der politischen Ökonomie und ihrer Kritik.
  • Was gibt es Neues in der marxistischen Philologie?

Es gibt zwei Tendenzen die Bedeutung des Kapitals zu relativieren bzw. in Frage zu stellen.

Die erste Tendenz, mit der eine Historisierung des Kapitals einhergeht, wird mit der Behauptung vorgebracht, Marx‘ „Kritik der politischen Ökonomie“ sei, so wie das Hegel von der Philosophie sagt, „ihre Zeit in Gedanken erfasst“.[1] Es geht aber um die allen kapitalistischen Gemeinwesen gemeinsame „Kernstruktur“ des kapitalistischen Gesamtreproduktionsprozesses und nicht um ein „Stück Zeitgeschichte“, das in Gestalt des englischen Gemeinwesens allerdings die historisch gewordene Bedingung dafür ist, diese „Kernstruktur“ zum ersten Mal in der Geschichte des Kapitals zu erkennen.
Die zweite Tendenz wird vorwiegend im Namen Adornos von Theoretikern mit dem Argument vorgebracht, man dürfe nicht ernst nehmen, dass das Kapital die Darstellung eines Systems sei. Man müsse, um das Kapital für die Analyse der Gesellschaft nutzbar zu machen, sich mit Hilfe von Denkmodellen von den Fesseln des Systems befreien, ohne die diesem zukommende Verbindlichkeit aufzugeben „Die Forderung nach Verbindlichkeit ohne System ist die nach Denkmodellen.“[2]
Was diese zweite Tendenz anbelangt, die sich auf die Darstellung eines Systems bezieht, gibt es Theoretiker, die Marx einen unwissenschaftlichen Umgang mit dem System vorwerfen. Die Absicht hierbei ist aus Marx` Werk eine vorwissenschaftliche Mischung aus Vulgärökonomie und prophetischer Spekulation zu machen.

In diesem Sinne unternimmt es der renommierte „Wissenschaftsphilosoph“ Mario Bunge die wissenschaftliche Unhaltbarkeit des Kapitals nachzuweisen,[3] Marx sei der Anforderungen welche das Verstehen eines Systems stellt, nicht gewachsen  und entpuppe sich, fern von jeglichem ernst zu nehmenden Materialismus, als Vertreter eines „konstruktivistischen Holismus“, der auf irrationale Weise dem „Ganzen“ einseitig den Vorrang vor dem von ihm unterdrückten „Einzelnen“ gibt.  Da Bunge die Philosophie im Allgemeinen und insbesondere das Hegelsche Erbe für den bei Marx diagnostizierten und kritisierten „Holismus“ verantwortlich macht, soll versucht werden, auf eine allgemeine aber grundsätzliche Weise anzugeben, was es mit dem Verhältnis von (Hegelschen) Philosophie zu der grundlegend durch die „Kritik der politischen Ökonomie“ bestimmten Wissenschaft von der Gesellschaft auf sich hat?
Für die Bestimmung des Zusammenhangs der „Kritik der politischen Ökonomie“ mit anderen theoretischen Unternehmungen (Philosophie, Soziologie usf.) spielt es eine große Rolle, dass ihr Gegenstand eine historisch spezifische Form gesellschaftlicher Arbeit ist. Diese ist als grundlegende Vermittlung zwischen Natur- und Menschenwelt zu begreifen, von der aus die Erklärung der über sie hinausgehenden Zusammenhänge zwischen den beiden „Welthälften“ ihren Anfang nimmt.

Im Nachvollzug von dem, was das „Kapital“ als rationales wissenschaftliches Werk auszeichnet, insbesondere hinsichtlich des Systemcharakters seines Gegenstandes, wird es darum gehen, Mario Bunges repräsentative auf den „Holismus“ abgestellte  Marxrezeption zu widerlegen.
Dabei wird auf den Anfang des Kapitals eingegangen, um zu prüfen inwiefern Marx unter Einhaltung rationaler wissenschaftlicher Kriterien das Problem des Anfangs der Wissenschaften löst.
Beide auf den Systemcharakter der ökonomisch gesellschaftlichen Wirklichkeit bezogenen Tendenzen befinden sich im Unrecht. Für das ökonomisch gesellschaftliche System gilt grundsätzlich, dass es von Menschen geschaffen wird und folglich von Menschen auch wieder  abgeschafft werden kann, eingedenk des Tatbestandes, dass die Bedingungen seiner Existenz sich als ebenso viele Bedingungen erweisen für die zyklischen Krisen und die damit einhergehende Möglichkeit seiner Auflösung. Der Gegenstand des Kapitals ist ein rationales durch die Verschlingung der Kreisläufe der Kapitale strukturiertes ökonomisch gesellschaftliches System, dem Marx mit einer rationalen dialektisch systematischen Darstellung Rechnung trägt.
In der Kritik an der Art und Weise, in der Bunge Marx unterstellt, er würde das  ökonomisch gesellschaftliche System als ein monströses Ganzes gegen die einzelnen Menschen ausspielen, gilt es das  einzulösen, was Max mit den Worten umschreibt: „Endlich als Resultat des Produktions- und Verwertungsprozesses erscheint vor allem die Reproduktion und Neuproduktion des Verhältnisses von Kapital und Arbeit selbst, von Kapitalist und Arbeiter. Dies soziale Verhältnis, Produktionsverhältnis, erscheint in fact als ein noch wichtigeres Resultat des Prozesses als seine materiellen Resultate.“ (MEW 42, S. 371).

[1] G.W.F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, Werke Bd. 7, 1970, S.26
[2] T.W. Adorno, Negative Dialektik, 1966,  S.37
[3] Mario Bunge. Social Science  under Debate, 1998

Information über die  vergangene Tagung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg am 24. und 25. März 2017

Dieter Wolf
Von den allgemeinen Eigenschaften, Arbeitsprodukt und abstrakt menschliche Arbeit zu sein, zum Wert und zum „Doppelcharakter der Arbeit“

Dieser Vortrag ist  als Artikel in der Zeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie 2017 erschienen , De Gruyter

Zusammenfassung: Die allgemeinen Eigenschaften, Arbeitsprodukt und abstrakt menschliche Arbeit zu sein, sind transhistorische Eigenschaften der Gebrauchswerte respektive der konkret nützlichen Arbeiten. Die transhistorischen allgemeinen Eigenschaften werden folglich im Austauschverhältnis weder durch die Gleichsetzung noch durch die sogenannte „Tauschabstraktion“ geschaffen. Der besondere gesellschaftliche Charakter des Austauschverhältnisses bewirkt aber, dass sie zusätzlich die gesellschaftliche Form des Werts bzw. der formbestimmten abstrakt menschlichen Arbeit erhalten. Was bedeutet deren Erklärung für die Darstellungsweise am Anfang des Kapitals, die für viele Kapitalinterpreten ebenso unwissenschaftlich sein soll, wie die Textpassagen, in denen Marx die abstrakt menschliche Arbeit als „Verausgabung menschlicher Arbeitskraft im physiologischen Sinn“ charakterisiert?

Schlüsselworte  Wissenschaftliche Methode, Vermeidung von Zirkelschlüssen, Erklärung der Abstraktionen, Doppelcharakter der Arbeit. Proportionale Verteilung der Gesamtarbeit, Abstrakte Arbeit als Eigenschaft, Ahistorisch, Spezifisch historisch, im physiologischen Sinn

Marx-Kongress  in Trier, 11. 10.  bis 13.10. 2017,  Theorie und Praxis im 21. Jahrhundert,  Vorträge und Diskussionen,  Universität Trier
Dieter Wolf
Die Bewegungsformen des „absoluten Geistes“ als Lösungsbewegungen des dialektischen Widerspruchs zwischen „Natur“ und „Geist“ und die Bewegungsformen“ des Kapitals als Lösungsbewegungen des dialektischen Widerspruchs zwischen Gebrauchswert und Wert.  Idealistische Dialektik –  materialistische Dialektik
Hamburg, 11. 11. 2017, Marx-Tagung,  Universität Hamburg, Vorträge und Diskussion (Genauere Angaben folgen) Eine Veranstaltung der MASCH Hamburg, Forum für Politik und Kultur e.V.  info@masch-hamburg.de
Dieter Wolf
Dialektische Methode als wissenschaftliche Methode in Marx‘ Kapital
Warum kann Marx sagen: „Der ‚Hegelsche“ Widerspruch ist die Springquelle aller Dialektik“?

Neu seit dem 15.02.2018, 123 Seiten: Endfassung  des  Artikels zur  „Kapital“ -Interpretation und zur materialistischen und idealistischen Dialektik. Aufbereitung und Erweiterung der  Vorträge (2017) – Trier und Hamburg. Als PDF-Datei: Dialektik Hegel Marx Adorno Trier Hamburg

Aus dem Inhalt:
♦ Wissenschaftliche Abstraktion, reale Gleichsetzung, „Realabstraktion“
♦Die Vermeidung eines falschen Zirkels als Prüfstein für den rationalen wissenschaftlichen Charakter der Marxschen  Darstellungsweise. Wie beantwortet Marx, ohne sich in einen fehlerhaften Zirkel zu verstricken, Hegels Frage: „Womit muss der Anfang in der Wissenschaft gemacht werden?“
♦Marx‘ Erklärung des Werts bzw. der Ware im ersten Abschnitt des Kapitals unter Vermeidung eines falschen Zirkels.
♦Zum gesellschaftlich allgemeinen Charakter der konkret nützlichen Arbeiten in nichtkapitalistischen und kapitalistischen Gemeinwesen.
♦Die (gesellschaftliche) Rolle der abstrakt menschlichen Arbeit als Eigenschaft der konkret nützlichen Arbeiten in der proportionalen Verteilung der Gesamtarbeitszeit in nicht-kapitalistischen Gemeinwesen
♦Die „Wertform oder der Tauschwer“ als Lösungsbewegung des  dialektischen Widerspruchs zwischen dem Wert und dem Gebrauchswert der Waren
♦Analogie der Bewegungsformen absoluter Geist – Kapital und ihre Begründung
♦Bemerkungen zu Adornos Dialektik des Verhältnisses von Subjekt und Objekt als Erkenntnistheorie

150 Jahre Das Kapital – Das Kapital in der Kritik

Tagung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg am 24. und 25. März 2017

 Veranstaltet vom Forum für Marx-Forschung Oldenburg

Dieter Wolf

Der „Doppelcharakter der Arbeit“ und die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit.
Zum Verhältnis von Qualität und Quantität des Werts

  • Proportionale Verteilung der Gesamtarbeit bzw. Gesamtarbeitszeit auf die verschiedenen konkret nützlichen Arbeiten und die Herstellung des gesellschaftlich allgemeinen Charakters der konkret nützlichen Arbeiten in nichtkapitalistischen Gemeinwesen im Unterschied zu kapitalistischen Gemeinwesen
  • Proportionale Verteilung der Gesamtarbeit bzw. Gesamtarbeitszeit und das keine Vergesellschaftungsrelevanz besitzende Vorhandensein  der allgemeinen Eigenschaft der Gebrauchswerte und der konkret nützlichen Arbeiten,  ein Arbeitsprodukt bzw. abstrakt menschliche Arbeit zu sein, in nichtkapitalistischen Gemeinwesen.
  • Proportionale Verteilung der Gesamtarbeit und der „Doppelcharakter der Arbeit“  im kapitalistischen  Gemeinwesen. Die allgemeinen Eigenschaften, Arbeitsprodukt und abstrakt menschliche Arbeit zu sein, als Vergesellschaftungsrelevanz besitzende,  historisch-spezifische gesellschaftliche Formen. Zu Marx‘ wissenschaftlicher Vorgehensweise, schrittweise Wert und abstrakt menschliche Arbeit in der Analyse des Austauschverhältnisses zu erklären  als eine Vorgehensweise, in der es auf die Kapitalinterpretation sich auswirkende Versäumnisse gibt.
  • Was hat es mit den Abstraktionen beim Herstellen des Werts als gesellschaftlicher Form der Gebrauchswerte und der abstrakt menschlichen Arbeit als gesellschaftlich allgemeiner Form der konkret nützlichen Arbeiten auf sich? Ist eine in der ökonomisch gesellschaftlichen Wirklichkeit sich vollziehende Abstraktion eine mystisch irrationale Konstruktion? Wenn ja: Was muss bei dem argumentativen Gebrauch der Abstraktion berücksichtigt werden, wenn er berechtigt sein soll?
  • Zur Verausgabung der „menschlichen Arbeitskraft im physiologischen Sinn.“ Gibt es „physiologischen Wahrheiten“ der gesellschaftlich formbestimmten abstrakt menschlichen bzw. „unterschiedslosen menschlichen Arbeit“? Sind die Textpassagen über die „Verausgabung der menschlichen Arbeitskraft im physiologischen Sinn“ ein der Popularisierung geschuldeter Rückfall in einen groben Materialismus und in die klassische Ökonomie?
  • „Auch wäre der trügerischen Evidenz von Metaphern zu misstrauen“. Bemerkungen zu den metaphorischen Umschreibungen des Werts auf Seite 52 oben (MEW 23).
  • Zur Kontinuität der Erklärung der abstrakt menschlichen Arbeit von den allgemeinen Eigenschaften, ein Arbeitsprodukt bzw. abstrakt menschliche Arbeit zu sein, (MEW 23, S.52) bis zu ihrer Charakterisierung als „Verausgabung menschlicher  Arbeitskraft im physiologischen Sinn“. (MEW 23, S. 61,85 passim)
  • Zur Rolle der abstrakt menschlichen Arbeit und der von ihr verschiedenen „einfachen Arbeit“ in der gesamtgesellschaftlichen Herstellung der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit
  • Zu Marx‘ wissenschaftlicher Verfahrensweise in den ersten beiden Abschnitten des ersten Kapitels des Kapitals. Zu dem Vorwurf, diese Verfahrensweise sei naturaliastisch-positivistisch und insofern wissenschaftlich unzulänglich. Um einen Bruch in der Darstellung zu vermeiden, müsste das Kapital, so folgert man, eigentlich erst mit dem dritten Abschnitt (Wertform) beginnen.

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Die Tagung nimmt das Erscheinen des ersten Bandes des Kapital von Karl Marx vor 150 Jahren zum Anlass einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der dort entfalteten Analyse und Kritik der kapitalistischen Produktionsweise.

Die Veranstalter betrachten Das Kapital als wichtigen Beitrag zum Verständnis der Strukturen und Dynamiken des Kapitalismus – insofern steht das Kapital hier als reales gesellschaftliches Verhältnis im Fokus einer kritischen Analyse. Allerdings ist das Kapital von Marx kein abgeschlossenes, perfektes oder zeitloses Werk – insofern sollen auch die Probleme und offenen Fragen des Kapital Gegenstand einer kritischen Untersuchung werden.

In diesem Zusammenhang ist es das Ziel der Tagung, einen Beitrag zur Wiederbelebung der im deutschsprachigen Raum kaum noch vorhandenen akademischen Rezeption der Marx’schen Kritik der politischen Ökonomie zu leisten.

Inhaltlich sollten sich die Beiträge so eng wie möglich an Sachfragen und Deutungsproblemen des ersten Bandes des Kapital orientieren. Mögliche Themen sind, wobei die folgende Themenliste keineswegs als abgeschlossen zu verstehen ist:

– Verhältnis von Qualität und Quantität des Werts

– Notwendige und Mehrarbeit

– Wert der Ware Arbeitskraft und Lohnformen, auch unter Gender-Gesichtspunkten

– Begriff der Klasse

– Zum Veralten des 13. Kapitels – mechanische Industrialisierung im 19. Jahrhundert – und heute?

– Ist das 20. Kapitel zu verstehen?

– Was ist eigentlich genau das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation?

 Tagung 150 Jahre „Das Kapital“ — Uni Oldenburg

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Einladung zur Veranstaltung mit Dieter Wolf

am Freitag, den 2. September  2016, 19:00 Uhr und Samstag, den 3. September  2016, 10:30 Uhr in Berlin.

Referent: Dr. Dieter Wolf, Moderation: Dr. Frank Engster

Was es mit der Unterscheidung zwischen historischer, logisch-historischer und logisch systematischer Darstellungsweise in Abhängigkeit von der Bestimmung des Gegenstandes des Marxschen „Kapitals“ auf sich hat, wird seit der Marx-Renaissance Anfang der 1970er Jahre bis heute immer wieder kontrovers diskutiert.
Dieser Zusammenhang zwischen dem Gegenstand und seiner Darstellungsweise soll mit der Beantwortung folgender Fragen erklärt werden: Was ist die wirkliche Geschichte des Kapitals, die von Marx als „wirkliche Geschichte der Produktionsverhältnisse“ bezeichnet wird? Zum anderen: Was von dieser Geschichte ist aus welchen Gründen und auf welche methodisch spezifische Weise der Gegenstand des „Kapitals“?
Um diese Fragen zu beantworten, müssen die Erkenntnisse diskutiert werden, die Marx durch die Erforschung der historisch vergangenen und „kontemporären Geschichte“ des Kapitals gewonnen hat. Letztere besteht aus dem sich durch besondere „Eigentümlichkeiten“ auszeichnenden Entwicklungsstadium, welches das Kapital zu Marx’ Lebzeiten in England erreicht hat. Diese Erkenntnisse setzt Marx im wissenschaftlichen Konstitutionsprozess des „Kapitals“ so um, dass an dessen Ende als Gegenstand des „Kapitals“ gerade nicht die aus einem besonderen „Stück Zeitgeschichte“ bestehende „kontemporäre Geschichte“ steht. Diese dient, wie Marx feststellt, lediglich als „Hauptillustration“, während der die Darstellungsweise bestimmende Gegenstand des „Kapitals“ aus der auf den „idealen Durchschnitt“ beschränkten kontemporären Geschichte des Kapitals besteht.

 „Helle Panke”
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin – Prenzlauer Berg
Nahe U- und S-Bahnhof Schönhauser Allee.

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Freitag, den 28. August 2015, 19:00 Uhr und Samstag, den 29. August 2015, 10:30 Uhr in Berlin
Freitag, den 28. August 2015, 19:00 Uhr

Referent: Dr. Dieter Wolf, Moderation: Dr. Frank Engster
Zum dialektischen Widerspruch in der kapitalistischen Produktionsweise und seiner Darstellung in Marx‘ Kapital

Von den Theoretikern, die sich mit Hegel und Marx beschäftigen, gibt es solche, die Hegel, aber Marx nicht schätzen oder nur so weit, wie sie ihn als „Schüler Hegels” im Blick haben, während andere Theoretiker Marx, aber Hegel nicht schätzen. Während die einen im Namen der Dialektik das Kapital „hegelianisieren”, lehnen die anderen, um das zu vermeiden, die Dialektik ab. Marx schätzt Hegels Werk und selbstredend sein eigenes Werk und kann sich daher, ohne „Hegelianisierung” und ohne „Entdialektisierung” des Kapitals, erlauben zu sagen: „Der Hegelsche Widerspruch ist der Springquell aller Dialektik.”

Im Zusammenhang mit der Unterscheidung des dialektischen Widerspruchs bei Hegel und Marx und seiner Bedeutung für das Mensch-Naturverhältnis, soll versucht werden zu erklären, was der dialektische Widerspruch zwischen Gebrauchswert und Wert ist. Warum ist er kein mystisch irrationaler Widerspruch, sondern ein durch und durch rationaler, der auch nicht gegen die formale Logik verstößt? Warum und auf welche Weise schaffen die Menschen ökonomisch gesellschaftliche Zusammenhänge, deren Strukturen aus den Lösungsbewegungen des dialektischen Widerspruchs zwischen Gebrauchswert und Wert bestehen? (Einfache Wertform, doppelseitig polarer Gegensatz von preisbestimmter Ware und Geld, Übergang vom Geld ins Kapital, usw.) Marx schreibt in den Grundrissen: In „der Gesellschaft, wie sie ist”, „wären alle Sprengversuche Donquichotterie”, wenn in ihr die Bedingungen für eine „klassenlose Gesellschaft nicht verhüllt” vorgefunden würden. Warum heißt das auch, dass diese Bedingungen in einer Form vorgefunden werden, die durch die Lösungsbewegung des dialektischen Widerspruchs zwischen Gebrauchswert und Wert bestimmt ist?

Samstag, den 29. August 2015, 10:30 Uhr

Referent: Dr. Dieter Wolf, Moderation: Dr. Frank Engster
Zum Zusammenhang zwischen Wert und Produktionspreis

Vorschlag zu der im Rahmen einer Einführung zu führenden Diskussion zum zweiten Abschnitt des dritten Bandes des Kapitals, in der es zu zeigen gilt, dass es das, was unter dem „Transformationsproblem” verstanden wird, nicht gibt.

Auf welche Weise ist der die Gesamtoberfläche konstituierende, durch die doppelte Konkurrenz der Kapitale vermittelte ökonomisch gesellschaftliche Zusammenhang, worin die allgemeine Profitrate und der Produktionspreis gebildet werden, eine konkrete Lösungsbewegung des dialektischen Widerspruchs zwischen Gebrauchswert und Wert?
Veranstaltungsort:

„Helle Panke”
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin – Prenzlauer Berg
Nahe U- und S-Bahnhof Schönhauser Allee.

Unter den Auszügen aus meinen Büchern finden sich folgende weitere Texte zum „dialektischen Widerspruch”:

Hegel, Marx, Wertfom. Kritik Hegelianisierender Auffassungen von der Einheit des Gegensatzes von Gebrauchswert und Wert. [PDF]

Zum Verhältnis von dialektischem und logischem Widerspruch. Eine Kritik an Gerhard Göhler. [PDF]
Auszug aus Dieter Wolf: Der dialektische Widerspruch im Kapital. Ein Beitrag zur Marxschen Werttheorie, Hamburg 2002, Kapitel 6: S. 224-248.

Die Wertform als Lösungsbewegung des dialektischen Widerspruchs zwischen dem Gebrauchswert und dem Wert der Waren. [PDF]
Auszug aus Dieter Wolf: Der dialektische Widerspruch im Kapital. Ein Beitrag zur Marxschen Werttheorie, Hamburg 2002, Teil 2: S. 103-223.